Pubblichiamo qui di seguito il testo del discorso rivolto, venerdì
mattina, 29 ottobre, da Benedetto XVI ai partecipanti a un convegno su
Romano Guardini, ricevuti in udienza nella Sala Clementina. Il Papa
sintetizzandone il percorso umano, spirituale e teologico aveva
descritto Guardini come un uomo di dialogo che ha osservato il mondo
con uno sguardo comprensivo alla ricerca della verità di Dio e
dell'uomo.
Exzellenzen,
verehrter Herr Präsident Professor von Pufendorf,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde!
Es ist mir eine Freude, Sie alle hier im Apostolischen Palast
begrüßen zu dürfen, die Sie anläßlich der Konferenz der
Guardini-Stiftung zum Thema "Das geistige und intellektuelle Erbe
Romano Guardinis" nach Rom gekommen sind. Besonders danke ich Ihnen,
lieber Herr Professor von Pufendorf, für die guten Worte, die Sie zum
Auftakt dieser Begegnung an mich gerichtet haben, in denen das ganze
Ringen, um das es geht, das uns an Guardini bindet und uns zugleich
auffordert, sein Lebenswerk weiterzuführen, zum Ausdruck kam.
In seiner Dankesrede anläßlich der Feier seines 80. Geburtstags im
Februar 1965 an der Ludwig-Maximilians-Universität München beschrieb
Guardini seine Lebensaufgabe, wie er sie verstand, als eine Weise "in
beständiger geistiger Begegnung zu fragen, was christliche
Weltanschauung bedeutet" (Stationen und Rückblicke,
S. 41). Das Anschauen, dieser umfassende Blick auf die Welt, war dabei
für Guardini nicht eine Ansicht von außen wie auf ein bloßes
Forschungsobjekt. Er meinte auch nicht die geistesgeschichtliche
Perspektive, die prüft und abwägt, was andere über die religiöse
Prägung einer Epoche gesagt oder geschrieben haben. All diese
Sichtweisen waren für Guardini ungenügend. In dem Bericht über sein
Leben sagt er: "Was mich aber spontan interessierte, war nicht die
Frage, was einer über die christliche Wahrheit gesagt hat, sondern was
wahr ist" (Berichte über mein Leben, S. 24). Und diese Orientierung seiner Lehre
war es, die uns als junge Menschen getroffen hat, denn wir wollten
nicht ein Feuerwerk von Meinungen, die es in der Christenheit oder
außerhalb ihrer gibt, kennenlernen; wir wollten kennen, was ist. Und da
war einer, der sich furchtlos und zugleich mit dem ganzen Ernst
kritischen Denkens dieser Frage stellte und uns half mitzudenken.
Guardini wollte nicht irgend etwas oder viel wissen, er verlangte nach
der Wahrheit Gottes und der Wahrheit über den Menschen. Das Instrument,
um sich dieser Wahrheit anzunähern, war für ihn die - wie man es damals
nannte - Weltanschauung, die sich in einem lebendigen Austausch mit der
Welt und mit den Menschen vollzieht. Das spezifisch Christliche besteht
dabei darin, daß der Mensch sich in einer Beziehung zu Gott weiß, die
ihm vorausgeht und der er sich nicht entziehen kann. Nicht unser Denken
ist der Anfang, der die Maßstäbe setzt, sondern Gott, der unsere
Maßstäbe übertrifft und in keine von uns zu formende Einheit
eingezwängt werden kann. Gott offenbart sich selbst als die Wahrheit,
aber die ist nicht abstrakt, sondern findet sich im Lebendig-Konkreten,
letztlich in der Gestalt Jesu Christi. Wer aber Jesus, die Wahrheit,
sehen will, muß "umkehren", muß aus der Autonomie des eigenmächtigen
Denkens heraustreten in die hörende Bereitschaft, die entgegennimmt,
was ist. Und diese Umkehrbewegung, die er in seiner Bekehrung vollzogen
hat, prägt sein ganzes Denken und Leben; bedeutet, immer wieder
herauskehren aus der Autonomie ins Hören, ins Empfangen. Doch auch bei
einer echten Gottesbeziehung versteht der Mensch nicht immer, was Gott
spricht. Er bedarf eines Korrektivs, und dieses besteht im Austausch
mit dem anderen, der in der lebendigen Kirche aller Zeiten seine
verläßliche und alle miteinander verbindende Gestalt gefunden hat.
Guardini war ein Mann des Dialogs. Seine Werke sind fast
ausnahmslos aus einem, zumindest inneren, Gespräch entstanden. Die
Vorlesungen des Professors für Religionsphilosophie und christliche
Weltanschauung an der Universität Berlin in den 20er Jahren stellten
meist Begegnungen mit Persönlichkeiten der Geistesgeschichte dar. Er
las die Werke dieser Denker, hörte ihnen zu, lernte von ihnen, wie sie
Welt sehen, und kam mit ihnen ins Gespräch, um im Gespräch mit ihnen zu
entwickeln, was er als katholischer Denker zu ihrem Denken zu sagen
hatte. Diese Gewohnheit setzte er in München fort, und es war auch das
Eigentümliche seines Vorlesungsstils, daß er im Gespräch mit den
Denkern war, daß er zum Sehen führen wollte - weil immer wieder
Kernwort war: "Sehen Sie" - und daß er in einem inneren gemeinsamen
Dialog mit den Hörern stand. Das war das Neue gegenüber der Rhetorik
alter Zeiten, daß er überhaupt keine Rhetorik suchte, sondern ganz
einfach mit uns redete und dabei mit der Wahrheit redete und uns ins
Gespräch mit der Wahrheit brachte. Und so ist ein weites Spektrum von
"Gesprächen" entstanden mit Autoren wie Sokrates, Augustinus oder
Pascal, mit Dante, Hölderlin, Mörike, Rilke und Dostojewskij. Er sah in
ihnen lebendige Vermittler, die in einem vergangenen Wort das
Gegenwärtige entdecken, es neu zu sehen und neu zu leben vermögen. Sie
schenken uns eine Kraft, die uns neu zu uns selber bringen kann.
Aus der Offenheit des Menschen für das Wahre folgt für Guardini
ein Ethos, eine Grundlage für unser sittliches Verhalten zu unseren
Mitmenschen, als Forderung unserer Existenz. Weil der Mensch Gott
begegnen kann, deshalb kann er auch gut handeln. Für ihn gilt dieser
Primat der Ontologie vor dem Ethos. Aus dem Sein, dem
rechtverstandenen, gehörten Sein Gottes selbst folgt dann das rechte
Tun. Er sagt: "Echte Praxis, das heißt richtiges Handeln, geht aus der
Wahrheit hervor, und um die muß gerungen werden" (ebd., S. 111).
Eine solche Sehnsucht nach dem Wahren und das Sich-Ausstrecken auf
das Eigentliche, das Wesentliche verspürte Guardini vor allem auch bei
der Jugend. In seinen Gesprächen mit Jugendlichen, besonders auf Burg
Rothenfels, die durch ihn zum Zentrum der katholischen Jugendbewegung
geworden war, führte der Priester und Pädagoge Ideale der
Jugendbewegung wie Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und innere
Wahrhaftigkeit weiter, reinigte und vertiefte sie. Freiheit - ja, aber
frei ist nur - sagt er uns -, wer "ganz das ist, was er seinem Wesen
nach sein soll. [...] Freiheit ist Wahrheit" (Auf dem Wege,
S. 20). Die Wahrheit des Menschen ist für Guardini Wesentlichkeit und
Seinsgemäßheit. Der Weg in die Wahrheit gelingt, wenn der Mensch den
"Gehorsam unseres Seins gegen das Sein Gottes" (ebd. S. 21) übt. Dies geschieht letztlich in der Anbetung, die für Guardini zum Denken dazugehört.
In Begleitung der Jugend suchte Guardini auch nach einem neuen
Zugang zur Liturgie. Wiederentdeckung der Liturgie war für ihn
Wiederentdeckung der Einheit von Geist und Leib in der Ganzheit des
einen Menschen. Denn liturgisches Verhalten ist immer zugleich
leibliches und geistiges Verhalten. Das Beten wird geweitet durch das
leibliche und gemeindliche Tun, und so öffnet sich die Einheit aller
Wirklichkeit. Liturgie ist symbolisches Tun. Das Symbol als Inbegriff
der Einheit von Geistigem und Materiellem geht verloren, wo beides
auseinanderfällt, wo die Welt in Geist und Körper, in Subjekt und
Objekt dualistisch zerspalten wird. Guardini war tief davon überzeugt,
daß der Mensch Geist in Leib, Leib in Geist ist und daß daher Liturgie
und Symbol ihn zum Wesentlichen seiner selbst bringen, letztlich in der
Anbetung in die Wahrheit bringen.
Unter den großen Lebensthemen Guardinis ist die Beziehung von
Glaube und Welt von bleibender Aktualität. Er sah gerade in der
Universität den Ort der Wahrheitssuche. Das kann sie aber nur sein,
wenn sie von aller Instrumentalisierung und Vereinnahmung für
politische und sonstige Zwecke frei ist. Wir haben es heute, in einer
Welt der Globalisierung und Fragmentarisierung, mehr denn je nötig, daß
dieses Anliegen weitergeführt wird, ein Anliegen, das der
Guardini-Stiftung so sehr am Herzen liegt und für dessen Verwirklichung
der Guardini-Lehrstuhl geschaffen worden ist.
Nochmals sage ich allen Anwesenden herzlichen Dank für ihr
Kommen. Möge die Beschäftigung mit dem Werk Guardinis das Bewußtsein
für die christlichen Fundamente unserer Kultur und Gesellschaft
schärfen. Gerne erteile ich Ihnen allen den Apostolischen Segen.
Pubblichiamo qui di seguito una traduzione in italiano del discorso pronunciato dal Papa.
Eccellenze,
Illustrissimo Signor Presidente
Prof. von Pufendorf,
Illustri Signore e Signori,
Cari amici!
È per me una gioia poter dare il benvenuto qui, nel Palazzo
Apostolico, a voi tutti venuti a Roma in occasione del Convegno della
Fondazione Guardini sul tema "Eredità spirituale e intellettuale di
Romano Guardini". In particolare, ringrazio Lei, caro Professore von
Pufendorf, per le cordiali parole che mi ha rivolto all'inizio di
questo nostro incontro, nelle quali ha espresso l'intera "lotta"
attuale, che ci lega a Guardini e, al tempo stesso, ci richiede di
portare avanti l'opera della sua vita.
Nel discorso di ringraziamento in occasione della celebrazione
del suo 80° genetliaco, nel febbraio 1965 all'Università
"Ludwig-Maximilian" di Monaco, Guardini descrive il compito della sua
vita, quale egli lo intende, come un modo "di interrogarsi, in un
continuo scambio spirituale, cosa significhi una Weltanschauung cristiana" (Stationen und Rückblicke,
S. 41). La visione, questo sguardo complessivo sul mondo, è stato per
Guardini non uno sguardo dall'esterno come di un mero oggetto di
ricerca. Egli non intendeva nemmeno la prospettiva della storia dello
spirito, che esamina e pondera quanto altri hanno detto o scritto sulla
forma religiosa di un'epoca. Tutti questi punti di vista erano
insufficienti secondo Guardini. Negli appunti sulla sua vita, egli
affermava "Ciò che immediatamente mi interessava, non era la questione
di cosa qualcuno avesse detto sulla verità cristiana, ma di cosa sia
vero" (Berichte über mein Leben, S. 24). Ed era questa
impostazione del suo insegnamento che colpì noi giovani, perché noi non
volevamo conoscere uno "spettacolo pirotecnico" delle opinioni
esistenti dentro o fuori della Cristianità: noi volevamo conoscere ciò
che è. E lì c'era uno che senza timore e, al tempo stesso, con tutta la
serietà del pensiero critico, poneva questa questione e ci aiutava a
pensare insieme. Guardini non voleva conoscere qualcosa o molte cose,
egli aspirava alla verità di Dio e alla verità sull'uomo. Lo strumento
per avvicinarsi a questa verità, era per lui la Weltanschauung -
come la si chiamava a quel tempo - che si realizza in uno scambio vivo
con il mondo e con gli uomini. Lo specifico cristiano consiste nel
fatto che l'uomo si sa in una relazione con Dio che lo precede e alla
quale non può sottrarsi. Non è il nostro pensare il principio che
stabilisce il metro di misura, ma Dio che supera il nostro metro di
misura e non può essere ridotto ad alcuna entità creata da noi. Dio
rivela sé stesso come la verità, ma essa non è astratta, bensí si trova
nel concreto-vivente, infine, nella forma di Gesù Cristo. Chi, però,
vuole vedere Gesù, la verità, deve "invertire la rotta", deve uscire
dall'autonomia del pensiero arbitrario verso la disposizione
all'ascolto, che accoglie ciò che è. E questo cammino a ritroso, che
egli ha compiuto nella sua conversione, ha plasmato l'intero suo
pensiero e l'intera sua vita come un continuo uscire dall'autonomia
verso l'ascolto, verso il ricevere. Tuttavia perfino in un autentico
rapporto con Dio l'uomo non sempre comprende ciò che Dio dice. Egli ha
bisogno di un correttivo, e questo consiste nello scambio con gli
altri, che nella Chiesa vivente di ogni tempo ha trovato la sua forma
attendibile, che congiunge tutti gli uni con gli altri.
Guardini era un uomo del dialogo. Le sue opere sono quasi senza
eccezione sorte da un colloquio, perlomeno interiore. Le lezioni del
Professore di filosofia della religione e di Weltanschauung
cristiana all'Università di Berlino negli anni 20 rappresentavano
soprattutto incontri con personalità della storia del pensiero.
Guardini leggeva le opere di questi autori, li ascoltava, imparava da
loro come vedevano il mondo ed entrava in dialogo con loro, per
sviluppare in dialogo con essi ciò che egli, in quanto pensatore
cattolico, aveva da dire al loro pensiero. Questa abitudine egli la
continuò a Monaco, ed era anche la peculiarità dello stile delle sue
lezioni, il fatto che egli fosse in dialogo con i Pensatori. La sua
parola chiave era: "Vedete..." perché voleva guidarci a "vedere" ed
egli stesso stava in un comune dialogo interiore con gli uditori.
Questa era la novità rispetto alla retorica dei vecchi tempi: che egli
non cercasse affatto alcuna retorica, bensì parlasse in modo del tutto
semplice con noi e, insieme a ciò, parlasse con la verità e ci
inducesse al dialogo con la verità. E questo è un ampio spettro di
"dialoghi" con autori come Socrate, Sant'Agostino o Pascal, con Dante,
Hölderlin, Mörike, Rilke e Dostojevskij. Egli vedeva in loro dei
mediatori viventi, che scoprono in una parola del passato il presente,
permettendo di vederlo e viverlo in modo nuovo. Essi ci donano una
forza, che può condurci di nuovo a noi stessi.
Dall'apertura dell'uomo per il vero segue, per Guardini, un ethos,
una base per il nostro comportamento morale verso il nostro prossimo,
come esigenza della nostra esistenza. Poiché l'uomo può incontrare Dio,
può anche agire bene. Per lui vale questo primato dell'ontologia
sull'ethos, dall'essere, dall'essere stesso di Dio rettamente compreso
e ascoltato segue dunque il retto agire. Egli diceva: "Una prassi
autentica, cioè un agire corretto, sorge dalla verità, e per questa si
deve lottare" (ibid., S. 111).
Un tale anelito verso il vero e il protendersi verso ciò che è
originario ed essenziale, Guardini lo notava anzitutto anche presso i
giovani. Nei suoi dialoghi con la gioventù, particolarmente al Castello
di Rothenfels, che allora grazie a Guardini era diventato il centro del
movimento giovanile cattolico, il sacerdote ed educatore portò avanti
gli ideali del movimento giovanile quali l'autodeterminazione, la
responsabilità propria e l'interiore disposizione alla verità; egli li
purificò e li approfondì. Libertà. Sì, ma libero è solo - ci diceva -
colui che "è completamente ciò che deve essere secondo la sua natura.
[...] Libertà è verità" (Auf dem Wege,
S. 20). La verità dell'uomo è per Guardini essenzialità e conformità
all'essere. Il cammino porta alla verità quando l'uomo esercita
"l'obbedienza del nostro essere nei confronti dell'essere di Dio" (ibid., S. 21). Ciò avviene ultimamente nell'adorazione, che per Guardini appartiene all'ambito del pensiero.
Nell'accompagnare la gioventù, Guardini cercò anche un nuovo
accesso alla liturgia. La riscoperta della liturgia era per lui una
riscoperta dell'unità fra spirito e corpo nella totalità dell'unico
essere umano, poiché l'atto liturgico è sempre allo stesso tempo un
atto corporale e spirituale. Il pregare viene dilatato attraverso
l'agire corporale e comunitario, e così si rivela l'unità di tutta la
realtà. La liturgia è un agire simbolico. Il simbolo come quintessenza
dell'unità tra lo spirituale e il materiale va perso dove ambedue si
separano, dove il mondo viene spaccato in modo dualistico in spirito e
corpo, in soggetto e oggetto. Guardini era profondamente convinto che
l'uomo è spirito in corpo e corpo in spirito
e che, pertanto, la liturgia e il simbolo lo conducono all'essenza di
se stesso, in definitiva lo portano, tramite l'adorazione, alla verità.
Tra i grandi temi di vita di Guardini il rapporto tra fede e
mondo è di permanente attualità. Guardini vedeva soprattutto
nell'Università il luogo della ricerca della verità. L'Università può
esserlo, però, solo quando è libera da ogni strumentalizzazione e
tornaconto per fini politici e di altro tipo. Oggi, in un mondo di
globalizzazione e frammentazione, è ancora più necessario che venga
portato avanti questo proposito, un proposito che sta molto a cuore
alla Fondazione Guardini e per la cui realizzazione è stata creata la
cattedra Guardini.
Di nuovo esprimo il mio cordiale ringraziamento a tutti i
presenti per essere venuti. Possa la frequentazione dell'opera di
Guardini affinare la sensibilità per i fondamenti cristiani della
nostra cultura e società. Volentieri imparto a tutti voi la Benedizione
Apostolica.
(©L'Osservatore Romano - 31 ottobre 2010)